Leben ohne Müll?!

Ein Leben, ohne Müll zu produzieren, hört sich für uns unmöglich an. Trotzdem schaffen es immer mehr Menschen den „Zero Waste“ Trend zu leben, indem sie Second- Hand einkaufen, eigene Taschen (natürlich aus Stoff) zum Einkaufen mitnehmen oder selbst die herkömmlichen Zahnbürsten gegen Holzzahnbürsten umtauschen.

Als Motivation dienen die erschreckenden Zahlen: Bis zu 30 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr landen in unseren Gewässern. Fische fressen die kleinen Plastikpartikel und verletzen den Verdauungstrakt dabei. Vögel nehmen Plastikteile als Nahrung wahr und füttern ihre Jungen damit, welche so vergiftet werden. Nicht nur aus dem Aspekt des Tierschutzes, sondern auch im Aspekt der Gesundheit sollte im Alltag auf Plastik verzichtet werden. Wer schon einmal in der Schuhabteilung der Kette Primark war, weiß wovon ich rede. Der Gestank von Plastik ist dominierend und einfach nur ekelhaft. Die Vorstellung, dass Arbeiter auf diesem Planeten bis zu 12 Stunden mit diesem giftigen Gestank konfrontiert werden müssen, ist traurig. Wie kann es dann sein, dass Marken wie Tupperware seit Jahren Hausfrauen bei Tupperwaren-Abenden faszinieren?

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Foto: Ars Electronica, CC BY-NC-ND 2.0

 

Überall auf der Erde werden Menschen in Zukunft Plastik vorfinden, denn Plastik verrottet nicht.
Charles Moore, Algalita Marine Research Foundation, Quelle

 

Wie will die „Zero Waste“ dem Müll und insbesondere Plastik nun den Kampf ansagen?

Begeben wir uns in einen normalen Supermarkt, besteht hier schon das erste Problem, auf Plastik zu verzichten. Viele Obst und Gemüsesorten sind in Plastik verpackt, selbst Bioprodukte. Als Alternative raten Blogger zu Bauernmärkten, wie es sie bei mir in der Region gibt. Dort ist das Obst und Gemüse unverpackt. Als Tütenersatz dient ganz einfach ein Jutebeutel oder eine Papiertüte. In einigen Großstädten gibt es auch schon Lebensmittelmärkte, in denen Nüsse, Müsli, Kokoschips, Linsen … in Spendern abgefüllt sind und so in mitgebrachte Glasbehälter abgefüllt werden können.

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original-unverpackt.de

Im kosmetischen Bereich gibt es wenig unverpackte Artikel, höchstens ein paar Seifen. Deshalb wird oft zu Hausmitteln gegriffen, so lasse sich Zahnpasta leicht aus Natron herstellen und Waschmittel kann mit nur drei Zutaten hergestellt werden. Toilettenpapier wird durch einen Waschlappen ersetzt und zum Abschminken diene auch Kokosöl.

Die „Mutter“ des Zero Waste ist die Französin Bea Johnson, welche seit 2008 mit ihrer Familie gemeinsam auf Müll verzichtet. Ihr Müll für das Jahr 2014 passte in ein Einmachglas, wie auch der Müll der Studentin Lauren Singer. Beide Frauen sind der Meinung, dass ihr müllfreies Leben sie viel glücklicher machen würde, als das sie noch vor Jahren waren.

Ich bin heute viel glücklicher, als ich noch vor drei Jahren war

Lauren Singer bei einem Interview mit der Zeit

Wie aber auch bei vielen Trends muss gesagt werden, dass es nichts nützt, wenn eine Handvoll Menschen daran Teil nehmen. Wir können unseren Müllkonsum nur verringern, wenn wir aktiv in das Geschehen eingreifen und Plastikprodukte, welche vermeidbar sind, vermeiden. Das fängt schon damit an, dass wir unsere Silikonhandyhüllen, welche wir alle sammeln (weil sie so billig auf Amazon waren) durch hochwertigere Hüllen aus heimischen Hölzern tauschen, Silikonkochlöffel durch Holzlöffel tauschen und einfach mal NEIN zu den Plastiktüten bei Penny, Aldi, Rewe, DM, Edeka, … sagen!

 

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