UN-Ziele zum Thema Sanitär- und Wasserversorgung

2015 war sie wieder, die Nachhaltigkeits-Konferenz. Diesmal war sie in New York und hat zu 17 Hauptzielen geführt, die bis 2030 erreicht werden sollen. Der sechste der 17 Punkte ist die sanitären Anlagen- und Wasserversorgung. Als Unterziele findet man:

  • die Versorgung der ganzen Welt mit Frischwasser
  • die ausreichende und gerechte Behandlungen von Verletzungen vor allem für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt
  • die ungereinigte Wasserzuleitung in Flüsse oder Natur soll vermieden und somit die Verschmutzung halbiert werden
  • die Effizienz des Wasserverbrauchs soll erhöht werden um die Knappheit auszugleichen
  • das Wassermanagement soll auch außerhalb der eigenen Grenzen funktionieren und Nachbarländern soll geholfen werden
  • die Aufbereitung von verschmutzten Seen und Flüssen und das Beschützen vor weiteren Verschmutzungen
  • die Verbesserung der Kooperation auch ins Ausland um Entwicklungsländern zu helfen bei der Wiedergewinnung des Wassers, der Meerwasserentsalzung, der Abwasserbehandlung und der Wiederverwendung und dem Recyceln
  • das Informieren und Motivieren von lokalen Gemeinschaften, bei dem Wasser- und Sanitär-Management mitzuhelfen

Ob diese acht Unterziele auch zum Ziel führen, werden wir 2030 sehen. Wenn man einen Blick zurück wirft und den Verlauf der Haushalte, die Zugang zu Wasser haben, beobachtet, stellt man schnell fest, dass es laut den offiziellen Informationen nicht nur bergauf, sondern auch bergab geht. Ich habe mir Somalia, Algerien und Afghanistan genauer angeschaut und festgestellt, dass es Algerien 1991 sehr gut ging (100% waren in der Stadt mit Wasser verbunden; 88% auf dem Land). Diesen Stand konnten sie jedoch nicht halten und es ging sowohl auf dem Land als auch in der Stadt dramatisch zurück. In 2010 waren nur noch 85% der Leute in der Stadt mit Wasser verbunden und auf dem Land haben 9% der Leute den Anschluss verloren. Das liegt im größten Teil daran, dass die Bevölkerung um 40% gestiegen ist und man nicht die Mittel hat, alle ausreichend weiter zu versorgen.

Im Kontrast dazu steht Afghanistan, welches 1991 mit 2% der Gesamtbevölkerung, die an Wasser angeschlossen waren den niedrigsten Wert überhaupt hat. Bis 2010 haben sie es jedoch geschafft, trotz des 100% Bevölkerungswachstums 50% der gesamten Bevölkerung an das Wassernetz zu schließen. Dabei ist die Verteilung von Land zu Stadt 42 zu 78.

In Somalia ist es so, dass von 18% (1993) auf dem Land nur noch 7% (2010) über sind. In der Stadt ist es jedoch genau umgekehrt. Von den 21% im Jahr 1993 steigt der Wert auf mehr als das Dreifache (66%). Wenn man dazu die Bevölkerungszahlen betrachtet, stellt man jedoch fest, dass Somalia um ein Drittel gewachsen und viele davon auf das Land gezogen sind.

Die meisten Zahlen klingen gut, jedoch kann man sich selbst nur schwer ein Bild machen, wie das Leben ist, wenn man morgens durstig fünf Kilometer laufen muss, um Wasser zu holen. Wenn es draußen mehr als 30° hat und man kein Wasser mehr hat, außer das, was in dem Fluss schwimmt, der sich immer nach dem neuen Modetrend färbt. Wie es ist, wenn man drei Kinder verloren hat, nur weil man ihnen keine Medikamente gegen das verschmutzte Wasser geben konnte. Und man weiß, dass es Menschen in anderen Ländern so gut geht, dass sie täglich duschen können und eine fast unbegrenzte Menge an Wasser zu Verfügung haben, sich darüber aufregen, wenn der Kubikmeter Preis um ein paar Cent erhöht wird und man dort nicht mal ein Haar krümmt, um anderen zu helfen.

Daher finde ich es eines der wichtigsten Ziele der Konferenz und hoffe stark, dass es auch so kommt, wie es geplant ist: Denn ohne den Zugang zu Wasser zu leben ist für die, die es nicht anders kennen, als den Hahn aufzudrehen, wenn man Wasser braucht, unvorstellbar!

 

 

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