Gründe für Flucht – Umfassender als man denkt

Viele Menschen fliehen zur Zeit aus ihren Heimatländern nach Europa. Viele suchen Schutz vor Verfolgung, Angst, Terror oder Bürgerkriegen, die enorme Menschenleben fordern und viele fliehen einfach für eine bessere Zukunft. Doch der Weg dorthin ist hart und die Verzweiflung treibt die Flüchtlinge leider zu oft aufs Mittelmeer, auf dem viele ihr Leben riskieren. In Europa angekommen erwarten die Flüchtlinge neue Probleme. Diskriminierung und schlechte Lebensstandards zum Beispiel. Diese Hintergründe geben auch (innenpolitisch) rechtsradikalen Parteien neue Möglichkeiten, ihre Ansichten besser unter die Bevölkerung zu bringen. Diese zeigen kein Verständnis gegenüber der Lage der Flüchtlinge und erzeugen eher Hass und Angst, anstatt Hilfsbereitschaft und Verständnis. Kurz gesagt: Es ist alles andere als einfach, das Problem auf Anhieb zu lösen, so viel ist sicher. Aber dieses Problem dauert schon mehrere Jahre an und die möglichen Lösungen der Flüchtlingskrise scheinen nicht in Sicht.

Jedoch sollte man zuerst begreifen, wo das Problem seinen Anfang nimmt um es dort zu bekämpfen. Dieser Meinung ist auch Klaus-Dieter Frankenberger, Verfasser des Textes „Nach Norden„, in dem es um Push- und Pullfaktoren geht.

Vom früheren schwedischen Außenminister Carl Bildt stammt die Aussage, Europa sei nicht von Freunden umgeben, sondern, frei nach Johnny Cash, von einem „Ring of Fire“.

Eben dieser „Ring of Fire“ sollte so schnell wir möglich gelöscht werden. Jedoch wird das Feuer nie ausgehen so lange es ein so großes Wirtschaftsgefälle zwischen den Ländern rund um Europa gibt. Selbst wenn die Flüchtlingskrise so gut wie möglich eingedämmt werden kann, die Bürgerkriege beendet und Verfolgung durch Gruppierungen wie den Islamischen Staat, aufhören, wird das Flüchten auf lange Sicht nicht aufhören, wenn auch innenpolitisch in den einzelnen Ländern eine Veränderung bewirkt wird, oder mit den Worten Frankenbergs:

Selbst wenn die schlimmsten Brandherde eingedämmt werden können und dafür sollten die europäischen Staaten tun, was ihnen möglich ist, so ändert doch das an einer Sache nichts oder nur wenig: an dem großen Wohlstandsgefälle zwischen dem europäischen Norden und dem afrikanischen Süden.

Es liegt klar auf der Hand, dass Menschen eher ihr Land verlassen, wenn es ihnen woanders besser gehen würde, was auch viele Wirtschaftsflüchtlinge mit sich zieht (Pull-Faktoren). Um dieses Problem annähernd lösen zu können, ist es notwendig, die einzelnen Länder zu stabilisieren, damit die Push- und Pullfaktoren niedrig gehalten werden. Dies ist in sofern wichtig, da die Anzahl der Menschen, in den potentiellen Flüchtlingsländern, rasant anwächst.

Nach Schätzungen der UN werden in 35 Jahren sechs afrikanische Länder unter den Top 20 in der Kategorie Bevölkerungsgröße sein.

Früher oder später muss dieser Teil des Problems angegangen werden, denn die europäischen Länder können nicht für immer Flüchtlinge aufnehmen, wodurch Integration extrem gefördert werden müsste. Es ist daher klug, diese abzusehenden Dinge früh genug zu erfassen und zu verbessern. Ansonsten wird ein Stopp des Flüchtlingsstroms nicht abzusehen sein.

Persönlich teile ich die Meinung mit Klaus-Dieter Frankenberg. Es ist wichtig, dass das Problem nicht nur „vor Ort“ angegangen wird, sondern auch an den Ursachen, den Gründen für Flucht. Und nicht nur das. Auch in der EU muss es eine Änderung geben bezüglich des Umgangs. Viele Länder stellen sich quer bei der Aufnahme von Flüchtlingen und gefährden so die Verhältnisse innerhalb der Union. Ein Problem dieser Art muss auf gemeinsamem Wege gelöst werden und eine Verweigerung bei der Mithilfe hat indirekt immer auch Auswirkungen auf alle.

 

 

One thought on “Gründe für Flucht – Umfassender als man denkt

  1. In Ihrem Einleitungsabsatz nennen Sie zuerst Fluchtgründe (»viele Menschenleben«, nicht »enorme«), deuten die Gefährlichkeit der Flucht (Mittelmeer) an und weisen auf Probleme für Geflüchtete im Zielgebiet (u. a. Diskriminierung) hin. Dann schreiben Sie: »Diese Hintergründe geben auch (innenpolitisch) rechtsradikalen Parteien neue Möglichkeiten, ihre Ansichten besser unter die Bevölkerung zu bringen.« Ich verstehe nicht, inwiefern die geschilderten Hintergründe Parteien neue Möglichkeiten bieten, Ansichten »besser« (inwiefern besser?) zu verbreiten.

    Nach einem Satz fahren Sie fort: »Kurz gesagt: Es ist alles andere als einfach, das Problem auf Anhieb zu lösen, so viel ist sicher. Aber dieses Problem dauert schon mehrere Jahre an und die möglichen Lösungen der Flüchtlingskrise scheinen nicht in Sicht.« Hier machen Sie einen gedanklichen Sprung, denn vorher wird auf die Schwierigkeit, die Fluchtursachen zu lösen, gar nicht eingegangen.

    Den Ansatz und die Position des Artikels finde ich sehr interessant, in der Konsequenz muss sich jeder fragen: Worauf würde man verzichten, um in anderen Ländern Armut zu verringern und Reichtum zu ermöglichen? Vielleicht ist das ein Blogartikel wert?

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