Die Aufnahmeeuphorie in Schweden nimmt ab

Wir sind an der Grenze unserer Aufnahmekapazität. Schweden nimmt nicht einfach immer weiter seinen Teil auf, solange das andere Länder nicht auch tun. – Stefan Löfven

Flüchtlinge sind sehr ungleich auf die EU-Länder verteilt. Bezogen auf die Einwohnerzahl nahmen im vorherigen Jahr 11 der 28 EU-Staaten überdurchschnittlich viele Asylbewerber auf. Dazu gehören unter anderem Schweden, Österreich und Deutschland. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt), kommen besonders viel Asylsuchende in das wirtschaftlich schwache Bulgarien. Griechenland hätte – gemessen an der Wirtschaftsleistung – etwas weniger Asylsuchende aufnehmen müssen und Luxemburg deutlich mehr. Bei Berücksichtigung der Einwohnerzahl sowie der Wirtschaftsleistung nehmen die großen EU-Staaten Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien und Spanien, und auch fast alle osteuropäischen Länder, viel zu wenige Asylbewerber auf.

Diese ungleiche Verteilung der Asylbewerber auf die EU-Statten spricht Stefan Löfven , der Ministerpräsident von Schweden, an. Bis zu 190.000 Flüchtlinge erwartet Schweden in diesem Jahr. Es kann nicht sein, dass die Flüchtlinge auf einer Minderheit der EU-Staaten verteilt sind, und diese Minderheit schwer zu kämpfen hat, um solche Zahlen an Flüchtlingen aufnehmen zu können. Während die Mehrheit sich komplett gegen die Flüchtlinge stellt – wie Tschechien und viele andere Länder.

Dadurch verändert sich auch die Stimmung in den von Flüchtlingen betroffenen Ländern. Folgen sind zum Beispiel:

  • Das Angreifen von Flüchtlingsunterkünften
  • Vermehrung von Rechtspopulisten
  • Entladung der Wut im Internet

Schweden reagiert daraufhin mit einer verschärften Asylpolitik, ein Land, welches jahrelang für seine liberale Flüchtlingspolitik bekannt war. Grund dafür sind nicht nur die oben genannten Probleme. Langfristig gesehen ist die Frage, ob Schweden das alles noch leisten kann, was die Zuwanderung für die Schulen, das Gesundheitswesen, die Sozialdienste, für den Arbeitsmarkt und vor allem für den Wohnungsmarkt bedeutet. Es ist jetzt schon ein Problem, wo die Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Dazu dauert es sehr lange bis die Neuankömmlinge vollständig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Dadurch nimmt die Aufnahmeeuphorie ab. Die Schweden wollen sich jetzt ein Stück weit an andere EU-Staaten anpassen und nicht mehr so viele Flüchtlinge aufnehmen. Für sie ist es sehr wichtig, dass die Verteilung der Asylsuchenden auf die einzelnen EU-Staaten gerecht ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine europaweite Zusammenarbeit in Bezug auf die Flüchtlingspolitik erforderlich ist. Die Flüchtlingsproblematik kann nicht behoben werden, wenn die Flüchtlinge nur auf einige wenige Länder verteilt sind und diese Länder unter großem Druck stehen. Es sollte im Sinne der EU sein, dass jeder Mitgliedsstaat sich an der Flüchtlingspolitik beteiligt. Denn bei einer gleichmäßigen Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Staaten wären viele Probleme gar nicht erst entstanden.

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