UN-Klimakonferenz in Paris: Gründe, Folgen, Pläne

Die UN-Klimakonferenz in Paris ist im vollen Gange. Seit dem 30. November verhandeln 195 UN-Mitgliedstaaten und die EU über einen Vertrag zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase.

Viel Hoffnung wird in diese Konferenz gesteckt, schließlich ist es in Sachen Klimawandel fünf vor zwölf und der letzte Versuch in Kopenhagen  einen Vertrag auszuhandeln ging schief. Hierbei kam nur ein unverbindlicher Minimalkonsens zustande.

 

Doch was bewirkt überhaupt der Klimawandel und wieso ist es notwendig ihn zu stoppen?

Generell ist unter Klimawandel eine langfristige Veränderung der globalen Mitteltemperatur oder eine signifikante Änderung verschiedener Wettererscheinungen gemeint. Bei dem Klimawandel, der momentan stattfindet, handelt es sich um eine Klimaerwärmung.

Diese Klimaerwärmung wird durch die sogenannten anthropogenen Treibhausgase, die sich in der Atmosphäre befinden, verursacht. Zu ihnen gehören beispielsweise Kohlenstoffdioxid, Lachgas oder Methan. Diese Treibhausgase lassen die kurzwellige Strahlung der Sonne in Richtung Erde passieren, reflektieren und absorbieren jedoch die langwellige Strahlung, die die Erde wieder abgibt. Dadurch entsteht ein Wärmestau in Nähe der Erdoberfläche und die Erde heizt sich immer weiter auf.

Die Folgen sind weitreichend. Eis kann durch die Temperaturerhöhung schmelzen, dies führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels und der Überschwemmung von Inselstaaten und Küstenregionen.

Die Anzahl von extremen Wettererscheinungen wie Hurrikans wird zunehmen.

Durch die Änderung der globalen Mitteltemperatur werden die Sommer meist wärmer und die Winter milder und kürzer. Dies muss jedoch nicht in allen Regionen sein.

Durch die Klimaerwärmung schmelzen auch die aus Süßwasser bestehenden Polkappen und der Labradorstrom wird wärmer und weniger salzhaltig. Dies führt dazu, dass der in der Karibik entspringende Golfstrom, die „Heizung Europas“, nicht mehr so stark wie zur Zeit abgelenkt wird und somit nicht mehr nach Europa gelangt. Dies könnte sogar zur Folge haben, dass es in einigen Regionen in Europa trotz Klimaerwärmung kälter wird. Die Folgen hierbei sind jedoch unter Forschern umstritten.

Der Forschungsbedarf ist also groß, wie auch die Wissenschaftlerin Katja Frieler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung festgestellt hat.

Wenn wir gar nichts tun, sondern beim ‚business as usual‘ bleiben, könnte sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu fünf Grad erwärmen – im Vergleich zu den Temperaturen vor der Industrialisierung. (Quelle)

 

Lösungsansätze der Staaten

Die Staaten diskutieren hauptsächlich über eine maximale “Erwärmungsgrenze“ und wie diese zu verwirklichen ist.

Bisher wurde hierbei immer von einem Zwei-Grad-Ziel gesprochen, das heißt, die globale Erderwärmung soll auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung begrenzt werden.

Dieses Ziel ist schwer einzuhalten, da sie schon bis heute um 0,8°C gestiegen ist.

Doch es gibt Pläne. Deutschland hat beispielsweise am Rande der Konferenz eine Initiative gestartet, die die Lachgasemissionen im Zuge der Düngerproduktion weltweit stoppen will. Auch will die deutsche Bundesregierung als Beispiel dienen, indem sie die Treibhausgasemissionen ihrer Dienstreisen minimieren will.

Zudem wird den Entwicklungsländern, die erstmals eigene Klimaschutzbeiträge vorbringen, beim Aufbau von Messmethoden für Klimagase geholfen. Unterstützt werden die bis zu 20 Länder durch Gelder des MRV Trust Funde, in den das Bundesumweltministerium rund 7 Mio. US-Dollar bereitstellt.

Seit neuestem wird Dank der Küsten- und Inselstaaten, die von einer starken Erwärmung durch Überschwemmungen unmittelbar betroffen wären, auch eine 1,5 Grad-Grenze diskutiert. Hierfür sprechen sich bislang aber kaum Industriestaaten aus. Ausnahme hierbei bildet Deutschland, das die Pläne der Inselstaaten unterstützt. Generell muss die Treibhausgasemission reduziert werden.

Es bleibt abzuwarten, ob die Klimakonferenz erfolgreich ist. Zwar gab es schon im Vorfeld wohlwollende Signale der größten Klimasünder USA und China, die eigene nationale Ziele formulierten, jedoch gibt es einige Knackpunkte: Die Klimaschutzziele basieren diesmal auf freiwilliger Selbstverpflichtung und so stellt sich bei Kritikern die Frage, wie aus unverbindlichen Ideen und Plänen ein echter, wirksamer Klimaschutz entstehen soll.

 

Das größte Problem ist jedoch, das die Weltklimakonferenz auch eine Weltwirtschaftskonferenz ist. Denn natürlich blockieren Staaten wie Venezuela und Saudi-Arabien, die hauptsächlich vom Export von Öl, Kohle und Gas leben, gegen eine starke Begrenzung der Kohlenstoffdioxidemissionen im Zuge einer 2- oder auch 1,5-Grad-Grenze.

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