Persönliche Nachhaltigkeit – Trenne ich regelmäßig meinen Müll?

Im Zusammenhang unseres Seminarkurses Nachhaltigkeit ist es nicht nur notwendig über Bereiche zu sprechen, die für uns weit weg erscheinen, sondern auch zu erkennen, dass die Nachhaltigkeit uns tagtäglich in unserem Alltag begegnet. Hierbei können verschiedene Bereiche betroffen sein:

  • Wie sparsam gehe ich mit Strom um?
  • Wie sparsam gehe ich mit Wasser um?
  • Wie nachhaltig ist meine Ernährung?
  • Achte ich beim Kauf darauf, ob das jeweilige Produkt nachhaltig ist?
  • Trenne ich meinen Müll?

Natürlich gibt es noch viele weitere Bereiche, die uns im Alltag begegnen und für die Nachhaltigkeit von Relevanz sind. Da ich jedoch nur auf einen der Bereiche eingehen werde, habe ich mich für die Mülltrennung entschieden.

 

Seit 1991 trennen die Deutschen ihren Müll. Wir sammeln Verpackungen und Papier, Braun- und Weißglas, diverse Einweg- und Mehrwegpfandflaschen, Biomüll und Restmüll, Kleidung und Schuhe, Elektroschrott, Batterien und Sperrmüll. Alles in der Hoffnung, dass wir etwas Gutes für die Umwelt tun und die Wertstoffe recycelt werden.

Quelle: http://www.brandeins.de/archiv/2013/handel/was-bringt-eigentlich-die-muelltrennung/

 

Mir ist aufgefallen, dass ich bei der Mülltrennung nicht wirklich sorgfältig bin. Unter meinem Schreibtisch steht ein Mülleimer, in den ich alles Mögliche reinwerfe. Hierbei achte ich nicht darauf, ob es Plastik oder Papier ist. In der Küche hingegen trenne ich meinen Müll. Hier gibt es einen Gelben Sack für Plastikmüll, eine Papiertonne für Papier und Karton und eine Restmüll für beispielsweise Essensreste.

Nach dieser Erkenntnis bin ich zu dem Entschluss  gekommen, in meinem Zimmer einen ähnlichen Mülleimer zuzulegen. Nun habe ich ebenfalls einen Mülleimer für Papier/Karton, einen für Plastik und einen für den Restmüll. Es ist mit wenig Aufwand verbunden und schnell erledigt, weshalb jeder sich überlegen sollte, seinem „Sammelmülleimer“ Ade zu sagen. Von nun an trenne ich, egal wo ich bin, meinen Müll zumindest grob. Man kann natürlich auch einen Mülleimer für alles haben, jedoch sollte man dann vor dem Entleeren des Mülleimers den Müll sorgfältig sortieren. Die Reihenfolge ist hierbei wirklich egal, Hauptsache der Müll wird schlussendlich getrennt entsorgt.

In Städten, beispielsweise an Bahnhöfen oder Einkaufsläden gibt es ebenfalls Mülleimer die aufgeteilt sind. Ich sehe jedoch sehr oft, dass eine Plastikverpackung oder eine Plastikflasche im Papiermüll liegt. Dies sollte man vermeiden. Wenn die Stadt sich extra für die korrekte Mülltrennung engagiert, sollte man als Verbraucher auch darauf achten, dass man seinen Müll richtig entsorgt. Nur so kann der Müll recycelt werden.

Neben der Mülltrennung sollte man jedoch auch darauf achten, überhaupt nicht so viel Müll zu machen. Hierbei kann man zum Beispiel, wenn möglich, auf Plastikverpackungen verzichten. Statt Plastikflaschen kann man Glasflaschen kaufen, etc.

Abschließend komme ich zu dem Entschluss, dass ich nach einigen Überlegungen schon wesentlich nachhaltiger mit Müll umgehe. Zwar kann ich als einzelne Person nicht beeinflussen, wie viel recycelt werden kann, aber ich fände es schön, wenn mehr Leute auf ihre Mülltrennung achten, da es ein kleiner und einfacher Schritt ins nachhaltige Leben ist.

7 thoughts on “Persönliche Nachhaltigkeit – Trenne ich regelmäßig meinen Müll?

  1. Danke für Deinen Beitrag. Die Mülltrennung ist sicher ein wichtiger Schritt, allerdings kann sie auch ein gutes Gefühl machen, das nicht in allen Bereichen berechtigt ist. Die Recyclingrate ist anscheinend für verschiedene Stoffgruppen sehr unterschiedlich: Während man Weißblecht fast komplett recyclen kann, wird bei Plastik über die Hälfte des Mülls nicht recyclet (siehe diesen Wikipedia-Eintrag und die Dokumentation der kleinen Anfrage im Bundestag (PDF), die dort erwähnt wird.

    Insofern scheint mir Müllvermeidung ein weiterer wichtiger Schritt zu sein. Das ist aber natürlich oft gar nicht so einfach, weil man ja nicht für jedes Produkt eine Alternative mit „müllarmer“ Verpackung findet. Evtl. könnte man in den Läden die Verpackung schon öffnen und sie dort lassen. Die Einzelhändler müssten für die Entsorgung aufkommen und – weil sie das nicht wollen – den Herstellern das Signal geben, dass weniger Verpackung um ein Produkt sein sollte. Ist aber auch ein weiter weg … na ja.

    Ein anderer Schritt wäre, auf großvolumige Einweg-Einkauftaschen zu verzichten 😉

    Es bleibt für jeden, der über Nachhaltigkeit nachdenkt, ein konstanter Prozess der Reflexion eigenen Verhaltens.

  2. Anna says:

    Hallo pa.hec,

    ich schließe mich Andreas an. Müllvermeidung (wie macht man das mit dem fett-schreiben?) oder besser: Müllboykott sollte der Weg sein. Allein das Organisieren des Mülls reicht nicht. Jede Verpackung, die gar nicht erst hergestellt wurde, hilft der Natur mehr als eine, die eher down- als re-cycled wird. Irriger Weise gilt die Verbrennung auch als recyceln, weil Wärme gewonnen wird (thermisches Recycling).
    Da wir jedoch PCs, Kühlschränke und andere Gegenstände benötigen, fnde ich zusätzlich die Idee von Herrn Braungart sehr interessant. C2C oder Cradle-2-Cradle denkt in 2 wirklichen Kreisläufen – den biologischen und den technischen. Kleidung z.B. enthält danach keine gefährlichen Chemikalien und könnte verbuddelt werden. Baumwolle oder Hanf kommt aus der Erde und wird wieder zu welcher.
    Geräte werden schon so designt, dass sie einfach zu reparieren und Weiterentwicklungen durch einfachen Tausch einzelner Komponenten möglich sind. Ansonsten enthalten Kunststoffe nur minimalste und nach dem jew. Stand der Wissenschaft ungefährliche Chemikalien. Aus dem alten Kühlschrank wird ein neuer Staubsauger, PC, Stift,… Die nach C2C-zertifizierten Stoffe landen auf keiner Deponie oder Verbrennungsanlage mehr, sondern sind Rohstoffe für neue Sachen. Immer und immer wieder.

    Ich denke, für den Anfang ist „etwas weniger schlimm“ allemal besser als gar keine Veränderung 😉
    In Deiner Erkenntnis schreibst Du „kann man “ – kauft Deine Familie ab jetzt Wasser in Glasflaschen oder trinkt ihr sogar ausschließlich Leitungswasser?
    Du kannst als einzelne Person nicht die Recyclingquote beeinflussen, aber Deine Eltern. Kauft doch z.B. die Flüssigseife in Zukunft im 500ml Nachfüllpack (Drogerie) 😉

    Wiederholung festigt 😉 Es bleibt für jeden, der über Nachhaltigkeit nachdenkt, ein konstanter Prozess der Reflexion eigenen Verhaltens!
    und Austausch mit anderen

    @Andreas: auf blogs zum Thema ZeroWaste findet man viele Alternativvorschläge und ich habe oft festgestellt, dass mein Kopf (Gedankengänge) ganz schön festgefahren ist 😉

  3. Anna says:

    Hallo,
    die Fastenzeit steht vor der Tür und ob man nun religiös ist (egal welche) oder nicht, kann man das als Anlaß nehmen, Müll zu sparen (so wie die guten Vorsätze zu Silvester;)
    z.B. Getränke nur in echten Mehrwegflaschen, Joghurt im Pfandglas, Milch in der Pfandflasche oder besser von der Milchtankstelle (da erhält der Bauer 100% des Geldes!!), keine Fertiggerichte, …
    Ja, es kann anstrengend sein. Aber nur während der Umstellung!
    http://www.bund.net/plastikfasten

    Setzt die Gelbe Tonne auf 40-Tage-Fastenzeit-Diät!

    Geht es an! Viel Spaß 😉 #plastikfasten

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