Ethical Fashion – Ist dieses Prinzip der Nachhaltigkeit für Unternehmen gewinnbringend?

Der Begriff „Ethical Fashion“ definiert eine nachhaltige Weise, Kleidung zu produzieren. Die Bedingungen der Fertigung von Ethical Fashion sind Richtlinien des Vereins TransFair e.V.. Man erkennt Ethical Fashion an dem Fairtrade-Siegel. Es wird hierbei besonders viel Wert gelegt auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und die Verwendung nachwachsender Ressourcen. Das Konzept Ethical Fashion steht in Deutschland am Anfang seiner Verbreitung. Jedoch kommen immer mehr TransFair-zertifizierte Produkte in unseren Einzelhandel, zum Beispiel bei Lidl und Otto.

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Der Artikel auf Focus Online  „Slow Fashion“: Nachhaltige Mode ist in! erklärt grundlegend die Unterscheidung von Fast-Fashion und Slow-Fashion. Fast-Fashion beschreibe den Trend, immer neue Kleidungsstücke für möglichst wenig Geld zu kaufen. Slow-Fashion hingegen beschreibe nachhaltige, bewusste Mode mit fairen Produktionsbedingungen für Arbeiter und Umwelt. Barbara Vinken meint eine Trendwende käme, die zu der verbreiteten Meinung führe, eine Jeans für 25 € könne nicht sein. Auch Secondhand-Kleider gehören zu der Slow-Fashion, wodurch es zu sogenannten Tauschpartys komme, bei denen sich Frauen mit Bergen von Kleidung treffen, um sie untereinander zu tauschen.

Schön, wenn die Bluse nur zehn Euro kostet. Nicht gut, wenn dafür die Umwelt leidet und Arbeiter ausgebeutet werden.
(Quelle)

In dem Online-Artikel Unsere zweite Haut wird die Art der Kleidungsherstellung großer Modeketten wie H&M, Zara und Primark kritisiert. Es werden die Probleme der Fast Fashion benannt und der Verfasser warnt vor dem Massenkonsum bei Kleidung. Er schreibt zum Beispiel, die bei der Herstellung verwendeten Chemikalien würden bekanntermaßen den Arbeitern schaden. Jedoch sagt er, für uns könnten die Chemikalien auch gefährlich werden, wenn wir zu oft neue Kleidung tragen würden, da die Chemikalien beim Kauf noch in den Stoff eingebunden sind. Erst nach ein paar Wäschen, meint er, wären sie ausgewaschen. Die Chemikalien könnten Allergien, zum Teil auch Krebs auslösen.

Der Umfang des weltweiten Fasermarktes betrage 1990 noch ein Volumen von 38 Millionen Tonnen. Im Jahr 2012 solle der Umfang auf 75 Millionen Tonnen gestiegen sein, woran man die Extreme unseres Konsums erkennen kann. Dass bei so einer großen Masse und unserer Einstellung auch sehr viel Müll entsteht, ist selbstverständlich. Diesen nutzen manche Unternehmen zur Herstellung neuer Kleidung, jedoch in den „Grenzen des Möglichen“ laut Silvia Jungbauer. Manche Hersteller von Sport- und Outdoorkleidung würden außerdem Jacken und Rucksäcke aus alten Plastikflaschen anbieten. Zudem ist erfreulich, dass sich diese Ökomode immer mehr verbreite.

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Kleidung aus recycelter Baumwolle, Algen und Plastikmüll.(Quelle)

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Der Online-Artikel Berlin Fashion Week: Jeans zum Schreddern und mieten handelt von einer Öko-Modeschau mit 166 beteiligten Labels. Der Autor stellt Konzepte einiger Labels vor, so zum Beispiel das von Mud aus den Niederlanden. Jeans von Mud könnten für 7,50 € monatlich geliehen und danach zum Hersteller zurückgebracht werden. Dieser könne sie dann entweder weiter verleihen oder er schreddere sie und stelle daraus andere Kleidung her. Jan’n June hingegen produziere Kleidung aus alten Pet-Flaschen. Der Hersteller lasse in Polen produzieren, sodass die Produktionswege kurz seien. Wenn ein Kleidungsstück aus der Mode sei, könne man den Stoff einschmelzen, zu neuen Kunstfasern ziehen und ein anderes Kleidungsstück daraus herstellen. Dies ginge so oft man wolle sagt Gründerin Holtzheimer, weil sich die Qualität der Fasern beim Einschmelzen nicht verschlechtere.

Kritik an dieser Methode übt die Konkurrenz aus. Das Label LangerChen, ein deutsch-chinesischer Jackenhersteller, kombiniere gewalkten Wollstoff  mit Biobaumwolle und einer PU-Membran dazwischen. Daraus resultiere eine winddichte, atmungsaktive, weiche und warme Jacke, wobei auf jegliche schädliche Chemie verzichtet werde. Langer sagt, man wolle Jacken machen, die lange halten. Außerdem meint er, es wäre ohnehin besser, weniger und dafür hochwertige Sachen zu kaufen und kaputte Dinge zu reparieren, anstatt sie zu recyceln.

Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass diese besagte Trendwende beim Konsumverhalten in Gang kommt, weil die genannten Folgen der jetzigen Produktion nicht mit dem Menschsein zu vereinbaren sind. Wir dürfen uns nicht das Recht nehmen, den Lebensraum anderer Lebewesen wie unseren eigenen zu zerstören. Jedoch denke ich, dass es eine Weile dauern wird, ein solches Bewusstsein für den Modekonsum zu entwickeln. Und die momentan marktführenden Firmen werden keine großen Änderungen vornehmen bis die jetzt verwendeten Ressourcen zur Neige gehen, wenn sie von Seiten der Konsumenten keinen Druck zur Veränderung verspüren.

 

 

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