Die Avocado – Grün, weich, zerstörerisch

Avocados liegen im Trend. Auf den sozialen Netzwerken existieren abertausende Bilder und Rezeptideen von Guacamole und Avocado-Gesichtsmasken. In Amsterdam hat sogar Anfang des Jahres ein Avocado-Restaurant eröffnet. Sie wird als grünes Superfood neben Chiasamen und Quinoa mit vielen essentiellen Nährstoffen angepriesen. Es gibt einen regelrechten Hype um die Frucht aus Mittelamerika. Das liegt vor allem daran, dass die 400 Gramm schwere Beere nicht vom Tier stammt. Sie gehört nämlich zu den wichtigsten Zutaten der veganen Küche, welche in den letzten Jahren viel Anklang gefunden hat. Die Avocado kann die Problemzutaten Butter und Eier einwandfrei ersetzen und wird so von vielen Veganern täglich benötigt.

Veganer – Personen, die sich bewusst ernähren wollen im Einklang mit der Umwelt und sich selbst. Die Frucht wird empfohlen vom traditionsreichen Vegetarierbund. Die Tierrechtsorganisation Peta, die durch den Verzicht von tierischen Produkten den Welthunger stillen möchte, schlägt Avocadorezepte auf ihrer Homepage vor. Sogar der Umweltverband BUND rät dazu, herkömmliche Peelings, die für Seehunde gefährliches Mikroplastik enthalten, durch selbst gemachte Avocadopeelings zu ersetzen. Es gibt Kochbücher mit den Titeln „Meine Rezepte für eine bessere Welt“ und „Genießen Sie die Torten- und Kuchenklassiker ohne Reue oder schlechtes Gewissen“.  Titel, die beinahe ironisch wirken angesichts der Realität.

 

Bild einer Avocado, mit CC0 lizenziert

 

In Wahrheit richtet die Avocado ein ökologisches Desaster an. Schon die Artikel „Faulige Dekadenz“ und „Das Märchen von der guten Avocado“ behandeln diese Problematik. Die Avocado-Zucht ist kompliziert und verlangt Aufmerksamkeit, Intelligenz und Kapital von einem Farmer. Vor allem aber hat dieser Baum Durst. Ein Kilogramm Tomaten kommt durchschnittlich mit etwa 180 Litern Wasser aus, ein Kilogramm Salat mit etwa 130 Litern. Ein Kilogramm Avocados, also etwa zweieinhalb Avocados, verbrauchen 1.000 Liter. Dabei gibt es wenig Wasser in der Umgebung. Durch den Klimawandel gibt es sogar noch weniger als zuvor. Die Pipelines, die das Wasser in die Avocadofarmen liefern, pumpen den Anwohner das Wasser weg. Aber nicht nur der Wasserverbrauch ist ein immenses Problem. Auch der Kohlenstoffdioxidausstoß, den der Export verursacht, ist ökologisch betrachtet ein Desaster. Die Früchte müssen mehrere tausend Kilometer mit LKWs hinter sich bringen und während der 26 tägigen Überfahrt ständig gekühlt werden – ein energiefressender Transport. Das Verpackungsmaterial für die empfindliche Frucht verschlimmert die Ökologiebilanz. In Mexiko werden jedes Jahr bis zu 4.000 Hektar Wald für die Avocadoplantagen illegal gerodet.

Es ist also durchaus ratsam beim nächsten Einkauf ein zweites Mal zu überlegen, ob man den Handel mit der ökologisch zerstörerischen Frucht unterstützt oder ob man auf sie verzichtet und auf regionale Produkte umsteigt. Die Fantasie der Frucht, die gesund, lecker und praktisch ist und dabei noch die Welt verbessert, ist leider eine Illusion. Nun gilt es der Menschheit klar zu machen, dass die vermeintlich einwandfreie Avocado, zerstörerisches Potential in sich trägt.

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