iPhone vs. Fairphone – Ist die Nachhaltigkeit durch den Kauf eines Fairphones gesichert?

Viele Firmen, vor allem Start-ups, nutzen die Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil. In dem Artikel „Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil für Start-ups“ wird erklärt, wieso das so ist. Zum Ersten ist Nachhaltigkeit kein kurzfristiger Trend, sondern ein gesellschaftlicher Wertwandel. Für uns Kunden hat es etwas ansprechendes, wenn das Produkt, welches wir kaufen, nachhaltig ist. Genau deshalb ist es vor allem für Start-up Firmen praktisch, wenn sie mit der Nachhaltigkeit werben. Das Unternehmen wird, unabhängig von der Größe, Vorteile erzielen. Es gibt immer Konkurrenz, welche ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbietet und durch die Nachhaltigkeit erreichen die Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich sich von den anderen Firmen abheben können.

iphone-926890_1920

Ein Unternehmen, welches im Jahr 2013 gegründet wurde und ebenfalls mit Nachhaltigkeit wirbt ist Fairphone. Fairphone hat seinen Sitz in Amsterdam und hat unter der Leitung von Bas van Abel zwei Mobiltelefone entwickelt, die unter möglichst fairen Bedingungen hergestellt werden sollen.

Kauf ein Handy, werde Teil einer Bewegung (Quelle)

Mit diesen Worten wirbt Fairphone. Die Firma möchte eine Alternative für alle Smartphone Nutzer sein. Denn wie sie in ihrem Werbeclip sagen, hat heutzutage jeder ein Smartphone. Jedoch weiß niemand von uns, woher es kommt. Fairphone möchte dies ändern. Der Benutzer eines Fairphones soll genau wissen, wo sein Produkt herkommt und wer es erstellt hat. Jeder Schritt von der Fertigung bis zum Design soll auf der Webseite von Fairphone transparent gemacht werden, damit der Käufer weiß, wo sein gekauftes Produkt herkommt.

Aber ist das Fairphone wirklich so „fair“ wie man denkt? Das Unternehmen selbst musste bereits viel Kritik einstecken. Sebastian Jekutsch kritisiert in seinem Artikel das Konzept der Firma. Er sagt, die Firma habe zu viel versprochen. Sein erster Eindruck: Wie Fairphone wirbt, findet er naiv. Außerdem ist ihm aufgefallen, dass kein einziger Techniker im Team des Unternehmens ist, und es damit für ihn wie ein Marketingexperiment wirkt. Zudem kann er nicht glauben, dass ein Smartphone komplett nachhaltig hergestellt werden kann, wenn dies nicht einmal bei einer Computermaus komplett möglich ist. Nachdem das Fairphone dann schließlich auf dem Markt erschien, war Sebastian Jekutsch nicht mehr so kritisch wie zuvor und auch überrascht, was das Unternehmen in dieser kurzen Zeit erreicht hat. Jedoch erreichten sie seiner Meinung nicht alle Versprechen, die sie gegeben hatten. Die Transparenz der Firma soll nicht sehr gut gelungen sein. Außerdem findet er nach wie vor den Namen „Fairphone“ unpassend.

Einen Punkt, welchen Sebastian Jekutsch anspricht, ist auch der, auf den ich aufmerksam geworden bin. Er hält das Unternehmen für zu klein, um Großes zu erreichen. Er sagt, wenn Apple ein faires Handy erstellen würde, wäre dies erfolgreicher, weil viel mehr Leute darauf aufmerksam werden. Apple selbst stellt zwar kein nachhaltiges Handy her, jedoch werben sie mit der Benutzung von erneuerbaren Energie in ihren Stores.

Besonders wichtig in unserem Kampf gegen den Klimawandel ist es, unsere Anlagen mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Wir haben schon 2014 einen wichtigen Meilenstein erreicht: Für unsere Tätigkeiten in den USA – alle Büroräume, Apple Stores und Rechenzentren – nutzen wir zu 100 % Ökostrom. Und jetzt haben wir unsere Aufmerksamkeit auf die weltweit über 450 Apple Stores gerichtet. (Quelle)

recycle-29227_1280

Apple versorgt weltweit schon alle Stores in den USA, UK, Italien, Spanien, Deutschland und Australien mit erneuerbarer Energie. Außerdem nimmt jeder Apple Store weltweit Apple Produkte kostenlos zurück, um für verantwortungsvolles Recycling zu sorgen. Bei rankabrand.de bekommt Apple jedoch nur ein C-Label. Die Begründung dafür ist, dass sich trotz der Verwendung von erneuerbaren Energien nichts ausschlaggebendes an der Klimabilanz in den letzten Jahren änderte.

Das Unternehmen Fairphone ist sicherlich ein typisches Start-up Unternehmen. Zwar verkauft Fairphone viel weniger Smartphones als Apple, jedoch ist auch klar, dass ein Unternehmen erst mit der Zeit an Größe gewinnen kann und man beachten muss, dass es erst seit wenigen Jahren existiert. Es ist also noch Luft nach oben.  Außerdem sehe ich Fairphone als einen guten Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht sind große Unternehmen auch davon angeregt, wie Fairphone zu versuchen, dass nachhaltiger gewirtschaftet wird. Kaufen würde ich das Fairphone deshlab prinzipiell.

4 thoughts on “iPhone vs. Fairphone – Ist die Nachhaltigkeit durch den Kauf eines Fairphones gesichert?

  1. s.ger says:

    Der Artikel ist gut, jedoch wird (finde ich) die Frage aus der Überschrift nicht besprochen. Ich finde es wird nicht mal konkret darauf eingegangen.

    • pa.hec says:

      Danke für deinen Kommentar!
      Die Überschrift ist der Titel meiner Facharbeit. Da man hier ja nur einen Ausschnitt der Argumente sieht, wird schon darauf eingegangen, die Frage, ob die Nachhaltigkeit gesichert ist, lässt sich jedoch erst im Laufe meiner Facharbeit beantworten.

  2. Anna says:

    Hallo pa.hec,
    meine Verlinkungen sind für alle!
    Hier wird auch das Fairphone angesprochen, aber auch die Frage gestellt, ob das Mantra der Politik: „Wir brauchen WACHSTUM“ auf dieser Welt möglich ist. Und wie wir Konsumenten uns von Slogans wie z.B. „Geiz ist geil“ verführen lassen, ohne nachzudenken.
    Dauer 30 min http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst#/beitrag/video/2670738/Garantie-vorbei—Ger%C3%A4t-kaputt
    Ein Bekannter von mir stellt das „haben wollen“ in den Hintergrund und fragt sich vor jeder Anschaffung (Kleidung, Hauhalt oder Technik,…) „Brauche ich das wirklich?“ Anfangs klang das für mich auch nach Einschränkung und Verzicht, aber wenn man sich selbst eingesteht, dass man etwas nicht benötigt, verzichtet man auch auf nichts. Man lässt sich halt nicht von Werbung beeinflussen und trifft seine eigenen Entscheidungen 😉

    • pa.hec says:

      Hallo Anna,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die Verlinkungen! Ich stelle mir selbst auch oft die Frage, ob ich das wirklich brauche oder nicht. Nochmal drüber nachdenken für ein paar Minuten bringt mich meistens dazu, es nicht zu kaufen! Deshalb sollte man sich immer überlegen, ob man etwas wirklich braucht, oder ob man es nur haben möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.