Brasilien: Fehlende Infrastruktur verhindert Wirtschaftsboom

Vom Schuldner- und Krisenland zum wirtschaftlichen Schwergewicht

Der bedeutendste Staat Südamerikas, Brasilen, wird von vielen, was wirtschaftliche Faktoren angeht, enorm unterschätzt. Die Ansicht, Brasilen sei ein schwaches, wirtschaftlich am Boden liegendes Land, ist stark veraltet. Der BRICS-Staat hat sich in den letzten Jahren auf Platz fünf des Bruttoinlandsprodukt-Rankings vorgekämpft und ist auf einem gutem Weg auch bald Frankreich einzuholen. In den Jahren von 2000-2008 stieg das BIP stetig um 3,7 %, fiel jedoch in den letzten Jahren wieder etwas ab.

Quelle: Weltbank (https://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.CD)

Das Land arbeitet fieberhaft daran, den wirtschaftlichen Aufschwung weiter anzukurbeln und auf das Niveau von vor zehn Jahren wieder anzuschliessen. Die nötigen Ressourcen und Möglichkeiten hat das Land zur Genüge. Brasilen hat nur ein Problem: Seine Infrastruktur ist am Boden und muss dringend erneuert und ausgebaut werden. Die neue Regierung hat sich dies zu einem ihrer Primärziele gesetzt und arbeitet bereits daran.

Katastrophale Infrastruktur

Das Straßennetz Brasilen ist eines der größten weltweit, auch da Brasilen ein flächenmäßig riesiges Land ist. Jedoch sind gerade einmal ca. 15% der Straßen asphaltiert. Dies sorgt dafür, dass auch weil für die Brasilianer das Auto oder der Bus das primäre Fortbewegungsmittel ist, das Straßensystem überfüllt ist und aus allen Näten platzt. Für den wirtschaftlichen Transport durch Lastwaagen gibt es kaum Platz. Somit kommt es zu Kilometer langen Dauerstaus von Lastwaagen.

Das Schienennetz ist, mit anderen Ländern verglichen, winzig. Da die Bevölkerung eher das Auto nutzte, wurde es lange Zeit nicht beachtet und vernachlässigt. In den letzten Jahren wurde vermehrt in die Vergrößerung des Schienennetzes investiert, auch da man das Potenzial darin im Transport von wichtigen Ressourcen wiederfand.

Der Schiffsweg ist Brasiliens Herzschlagader. Er bestimmt das wirtschaftliche Wachstum und ist der Schlüssel vom Erfolg. Auch wenn die Häfen Brasiliens verglichen mit den Straßen und Schienen in einem guten Zustand sind, gibt es auch hier noch riesige Verbesserungsmöglichkeiten. Es liegt an der Regierung und privaten Investoren es auszubauen und für wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen.

Die Regierung versucht die Infrastruktur zu erneuern, stößt jedoch an ihr finanziellen Grenzen. Seit Jahren wird auf die Hilfe ausländischer privater Investoren gehofft, die bei dem Ausbau die Regierung unterstützen, jedoch hält sich der Andrang in Grenzen. Viele Investoren zeigen zwar Interesse, jedoch schrecken andere Probleme Brasiliens viele von ihnen ab.

Es ist für Brasilien von unglaublicher Wichtigkeit die Infrastruktur zu Verbessern, denn sie sorgt für die Möglichkeit eines „Wirtschaftswunder“. Bekommt die Regierung dieses Problem mit Hilfe internationaler Investoren in den Griff, so bin ich überzeugt, steht uns die Geburt einer neuen Wirtschaftsmacht bevor.

http://www.brasilien.info/infrastruktur/

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