Iberoamerika-Gipfel – „sinnvolle“ Veranstaltung oder Zeitverschwendung

Seit 1991 findet jährlich der Iberoamerika-Gipfel statt. Dabei handelt es sich um eine politische Veranstaltung, bei der sich alle Staats- und Regierungschefs von 20 iberoamerikanischen Staaten sowie Andorra, Spanien und Portugal treffen. Zu den iberoamerikanischen Staaten zählen alle Spanisch und Portugiesisch sprechenden Länder aus Mittel- und Südamerika. Diese Länder sind Mitglieder der iberoamerikanischen Konferenz der Nationen.  Das Ziel dieser jährlichen Treffen ist über internationale Herausforderungen nachzudenken und die Kooperation, Koordination und Solidarität in der Region zu fördern. Ursprünglich wollte man ein Forum zur Förderung gemeinsamer politischer, wirtschaftlicher und kultureller Prozesse schaffen.

Jedoch stellt sich die Frage, ob sich der Iberoamerika-Gipfel überhaupt lohnt. Bisher gibt es nur wenige Erfolge. Dennoch trägt der Iberoamerika-Gipfel dazu bei, dass es bessere Handelsbedingungen zwischen den Ländern gibt. 2009 kommt es in Estoril, Portugal zu einer Krise.“Gipfel der Streithähne“, lautet die Schlagzeile des Nachrichtensenders ntv. Das eigentliche Gipfelthema steht gar nicht mehr im Vordergrund. Politische Spannungen unter den lateinamerikanischen Ländern überschatten den Gipfel. Es gibt kaum ein Land in Lateinamerika, das aktuell keine Streitigkeiten mit anderen lateinamerikanischen Staaten hat. Der Erfolg bleibt wie erwartet aus. Auch 2013 gibt es keinen Erfolg zu verzeichnen. Der Iberoamerika-Gipfel wurde als gescheitert erklärt, da zu viele Teilnehmer im letzten Moment abgesagt haben. Dies ist ein bitterer Rückschlag, wo doch das Motto „Die iberoamerikanische Gemeinschaft im neuen weltweiten Kontext“ war. Es scheint fast so als sähen die Staats- und Regierungschefs den Gipfel als Zeitverschwendung. Aufgrund des mangelnden Interesses beim Gipfeltreffen  im Jahre 2013, beschlossen die Mitglieder die Gipfel nur alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Der letzte Iberoamerika-Gipfel fand 2016 in Kolumbien statt.

Die letzten Ergebnisse des Iberoamerika-Gipfels erwecken den Eindruck als sei diese Veranstaltung tatsächlich nur Zeitverschwendung. Dennoch sollte der Gipfel weiterhin stattfinden. Auch wenn die Förderung der gemeinsamen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Prozesse ins Stocken geraten ist, bietet der Iberoamerika-Gipfel doch die Möglichkeit die Spannungen zwischen den Ländern zu entschärfen und gewaltfreie Lösungen herbeizuführen.

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