Nachhaltiger Umgang mit Wasser

8600 Badewannen Wasser verbraucht ein Mensch pro Jahr,

Dies verkündet der Spiegel online in einem Artikel über den weltweit durchschnittlichen Wasserverbrauch. Solche großen Mengen an Wasser sind schwer vorstellbar, denn das Volumen von 8600 Badewannen entspricht ungefähr 1385 Kubikmetern an Wasser. Dieser durchschnittliche Wasserverbrauch pro Jahr ist jedoch sehr unterschiedlich auf die jeweiligen Länder der Welt verteilt. China, Indien und die USA verbrauchen gemeinsam bereits 38% des weltweit genutzten Wassers, wobei laut einigen Wissenschaftlern die meisten Wasseranteile an die Agrarproduktion „verloren“ gehen. Die Agrarproduktion ist für ungefähr 93% des Wasserverbrauchs verantwortlich, während die industrielle Produktion nur 4,4% und der häusliche Verbrauch nur etwa 3,6 Prozent benötigen. Beim Wasserverbrauch in allen Bereichen spricht man von einem sogenannten Wasser-Fußabdruck, den der Mensch hinterlässt.

Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland

Wirft man nun den Blick vom weltweiten Wasserverbrauch auf den Pro-Kopf-Verbrauch  in Deutschland, so liegt Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern immer noch im Mittelfeld beim aktuellen Wasserverbrauch. Eine Untersuchung der durchschnittlichen Verwendung des Wassers in Deutschland im häuslichen Gebrauch ergab Folgendes:

Pro Tag entfallen 40 Liter Wasser auf die Toilettennutzung, 37 Liter auf Baden und Duschen, 17 Liter auf Wäsche waschen und je 7 Liter auf Körperpflege und Geschirrspülen. Außerdem werden 6 Liter Wasser für das Putzen verwendet, 5 Liter im Garten und 3 Liter für Trinken und Kochen.

Aus diesen Durchschnittswerten lässt sich rauslesen, dass der meiste Wasserverbrauch von der Toilettennutzung abhängig ist. Diese 40 Liter, welche täglich bei der Toilettennutzung entfallen, entsprechen ungefähr 33% des benötigten Trinkwassers.

Was kann man nun also tun, um der Wasserverschwendung eine Grenze zu setzten und nachhaltig zu handeln?

Schon von klein auf wird einem das Wassersparen beigebracht: kein Wasser laufen lassen, während man sich die Zähne putzt; duschen anstatt zu baden; die Spülung der Toilette stoppen anstatt sie permanent laufen zu lassen. Das sind neben dem Sparprogramm der Spül- und Waschmaschine so ziemlich alle Sparmethoden die jeder kennt. Eine andere gute Alternative wäre, das sogenannte „Grauwasser“, also im Haushalt anfallendes und gering verschmutztes Abwasser aus Dusche, Waschbecken und Badewanne oder Waschmaschine zu recyceln, um es wieder als Spülwasser für die Toilette nehmen zu können. Dadurch würde man dem nachhaltigen Handeln schon einen Schritt näher kommen und man hätte eine andere wirksame Alternative zum Wassersparen.

Jedoch ist unser Wasserverbrauch nicht nur abhängig von dem, was aus der Leitung kommt. Das sogenannte „virtuelle“ Wasser spielt bei unserem aktuellen und alltäglichen Wasserverbrauch auch eine große Rolle:

Virtuelles Wasser ist das Wasser, welches bei der Produktion und dem internationalen Transfer verwendet wird. Somit ist den meisten nicht bewusst, dass sie zum Beispiel beim Trinken eine Tasse Kaffee weitaus mehr Wasser (virtuell) verbrauchen, als beim Kochen, Wäschewaschen und Putzen zusammen. Zu den größten „Wasserfressern“ zählen Lebensmittel wie Kakao, Kaffee und Fleisch. Auch Konsumgüter verbrauchen große Mengen an virtuellem Wasser: Ein Baumwoll-T-shirt braucht 4.100 Liter, ein PC rund 20.000 Liter und ein Auto 400.000 Liter

Dieser Verbrauch von virtuellem Wasser ist vor allem deshalb problematisch, da die meisten „wasserfressenden“ Produkte in wasserarmen Regionen hergestellt werden. Somit fehlt eindeutig ein verantwortungsvoller Umgang mit der kostbaren Ressource: Trinkwasserknappheit, Dürren und weitere Schäden sind Folgen, während kontinuierlich virtuelles Wasser in wasserreiche Regionen exportiert wird.

Letztendlich lässt sich sagen, dass man mit einem angemessenen Verzicht und bewussten Kaufentscheidungen weitaus mehr erreichen kann, als „nur“ die Stopp-Taste der Toilettenspülung zu betätigen.

Jeder Mensch soll und kann etwas zum nachhaltigen Wasserverbrauch, damit die Besorgnis auf eine unsichere Zukunft und auf einen möglichen Wasserkonflikt geschwächt wird.

Knowing is not enough; we must apply. Willing is not enough; we must do. ( Bruce Lee )

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