Konsum von Kaffee und Jeanshosen – eine Barriere für den nachhaltigen Wasserverbrauch?!

„Ganz schön durstig: Unglaublicher Wasserverbrauch für Jeans“

So lautet die Überschrift eines Artikels von einem Nachhaltigkeitsblog, welcher über den virtuellen Wasserverbrauch bei der Jeansproduktion berichtet.

„140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee“

Dies ist ein weiterer Titel eines Artikels der Badischen Zeitung.

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Zuerst einmal mag man sich nun fragen, was der Konsum von Kaffe oder auch der Kauf von Jeanshosen mit dem persönlichen Wasserverbrauch zu tun hat. – Um dies beantworten zu können, ist es wichtig, einen Blick auf die Produktion der besagten Artikel zu werfen, denn genau hierbei besteht das große Problem: Bei der Produktion vieler Waren werden Unmengen von Wasser verbraucht und auch verschwendet. Der persönliche und nachhaltige Wasserverbrauch ist also nicht nur durch Kleinigkeiten wie Wassersparen durch Duschen oder Wasserhahn zudrehen abgesichert. Hauptsächlich beim Kauf von Produkten aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Kleidung, aber auch Lebensmitteln, sollte man auf die nachhaltige Produktion der Artikel achten. Denn diese beinhaltet auch den nachhaltigen Umgang mit Wasser bei der jeweiligen Produktion – den nachhaltigen Umgang mit dem sogenannten „virtuellen Wasser“. Um nochmal kurz auf den Begriff des virtuellen Wassers zurückzukommen, hier eine knappe Begriffsdefinition:

„Virtuelles Wasser ist das Wasser, welches bei der Produktion und dem internationalen Transfer verwendet wird.“ (Artikel)

Das virtuelle Wasser gilt als ein verborgener Wasserverbraucher und gerade Kaffe, sowie  Jeanshosen sind zwei sehr große und bekannte „Wasserschlucker“, weshalb es in diesem Blogpost nur um diese beiden Produkte gehen wird, da somit der Bereich Kleidung sowie Lebensmittel angesprochen wird:

Ein klick auf die Kaffeemaschine und fertig. – Dabei ist den meisten nicht bewusst, dass sie gerade dadurch viel mehr Wasser verbrauchen/ verschwenden, als wenn sie z.b. das Sparprogramm bei der Spülmaschine auswählen, oder duschen anstatt zu baden. Genauso ist es bei dem Kauf von Jeanshosen. Heutzutage denkt man nicht lange darüber nach, bevor man sich ein neues Kleidungsstück kauft. Dies kommt unter anderem durch die niedrigen Preise von Billigmärkten zustande. In den Laden rein; – Hose anprobiert; – gekauft. Dieses nicht-Reflektieren vor dem Kauf ist gerade das, was vermieden werden sollte. Es ist wichtig, sich Gedanken über die Produktion, den Produktionsort, usw. zu machen, falls man in Zukunft oder auch bereits jetzt schon nachhaltig handeln möchte.

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Um den genaueren Wasserverbrauch bei der Produktion nachvollziehen zu können, ist es sinnvoll, sich die einzelnen Schritte der Produktion der Materialien anzusehen. Jedoch wäre dies zu umfangreich für den folgenden Blogpost.

Nun ist die relevante Frage, ob dieser virtuelle Wasserverbrauch einen Einfluss auf den nachhaltigen Wasserverbrauch eines Individuums hat.

Grundsätzlich lässt sich diese Frage mit Ja beantworten, da man weiß, wie viel Wasser bei der Produktion von Kaffee und Jeanshosen verschwendet wird. Jedoch muss man sich diese Frage auch global und international stellen. Die meisten Firmen, seien es Kaffee oder Jeanshosen Filialen, produzieren im Ausland. Besonders größere Ketten von Unternehmen sind hierbei angesprochen. Deshalb ist es im Grunde genommen nicht der Wasserverbrauch im eigenen Land, wenn man z.b. eine Jeanshose kauft, weswegen man meinen könnte, dass das nachhaltige Handeln landesweit gesehen nicht vernachlässigt wurde. Auf internationaler Ebene jedoch ist das gerade nicht der Fall. Denn egal, wo die gekaufte Jeanshose produziert wurde, sie wurde produziert, und somit wurden Unmengen von Wasser verschwendet. Genauer gesagt werden etwa 8000 Liter Wasser für die Produktion einer Jenas benötigt.

Somit lässt sich abschließend durchaus sagen, dass der Konsum von Kaffee und Jeanshosen eine Barriere für den persönlichen nachhaltigen Wasserverbrauch hat. Sicherlich ist es nicht einfach, bei jedem Produkt auf den Wasserverbrauch zu achten, jedoch sollte man zumindest sparsam mit den Produkten umgehen, und zum Beispiel nicht jede Woche eine neue Jeanshose kaufen.

 

 

6 thoughts on “Konsum von Kaffee und Jeanshosen – eine Barriere für den nachhaltigen Wasserverbrauch?!

  1. pa.hec says:

    Ein sehr gut gelungener Blogpost!
    Ich denke, dass man sich wirklich nicht bewusst ist, wie viel Wasser bei der Produktion von Lebensmitteln oder Klamotten verschwendet wird.
    Was ich interessant finde, wäre zu wissen, wie man genau darauf achten kann Produkte zu kaufen, bei denen wenig Wasser verschwendet/ verbraucht wird.
    Weißt du zufällig an welchen Kriterien man das beurteilen kann?

    • so.sei says:

      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Die Artikel die ich in dem Blogpost verlinkt habe weisen auf einige beispielhafte Firmen hin, bei denen man sich relativ sicher sein kann, dass diese nachhaltig Jeanshosen produzieren. Bei diesen Firmen ist auch bereits bekannt, dass sie nachhaltig produzieren, im Gegensatz zu anderen, bei welchen man nicht genau weiß, wie das Produkt genau produziert wurde. Das heißt durch den Kauf bei zum Beispiel solchen Produkten kannst du dich vergewissern, dass nachhaltig produziert wurde. Auch der Produktionsort kann dir helfen, wenn du nachhaltig einkaufen willst. Meist sind es die lokalen Firmen die auch intern produzieren, welche nachhaltige Produkte anbieten.

    • Anna says:

      Hallo pa.hec,
      grundsätzlich heißt es, dass BIO-Baumwolle oder BIO-Lebensmittel weniger Wasserverbrauch im Anbau haben. Leider heißt es aber auch, dass mehr BIO-Baumwolle gehandelt als angebaut wird. Bei Lebensmitteln habe ich das noch nicht gehört, aber auszuschließen ist das wohl auch nicht.
      Zudem nützt es nicht wirklich viel wenn zwar die Baumwolle BIO ist, aber die Farb- und/oder Bleichstoffe keinen ökologischen Standards entsprechen.
      Hanf und Leinen z.B. verbrauchen weniger Wasser als BIO-BW und werden in Dtl. angebaut.
      Eine Orientierung findest Du vielleicht hier http://www.getchanged.net/de/fair-fashion-finder/ und hier http://www.grundstoff.net/
      Man kann jedoch nicht sagen, dass Kleidung z.B. aus China komplett vermieden werden sollte. Es kommt auf die einzelne Fabrik an. Es gibt, wenn wohl auch wenige, Fabriken in China, in denen Arbeits- und Umweltschutz berücksichtigt werden.

      • pa.hec says:

        Hallo Anna,
        vielen Dank für Deine Antwort. Über den Aspekt, dass zwar die Baumwolle BIO ist, aber Farbe- oder Bleichstoffe keinesfalls BIO sind, habe ich auch schon nachgedacht. Der Trend „BIO“ einzukaufen sorgt bestimmt auch dafür, dass mehr BIO-Baumwolle gehandelt wird, als eigentlich angebaut ist.
        Dankeschön auch für die Links. Ich werde mir die Seiten auf jeden Fall einmal genauer anschauen.
        Viele Grüße

  2. Anna says:

    Hallo so.sei,
    wenn ich das Große Ganze richtig gut finde, halte ich mich mit Kleinigkeiten auf – so auch jetzt 😉

    Ich kann mich mit „Barriere“ nicht anfreunden, denn im Gegensatz zu „Grenze“ oder „Schranke“(Einschränkung) kenne ich das Wort nur in seiner eigentlichen, aber nicht in einer übertragenden Bedeutung. So könnte Deine Überschrift […] – Grenzen eines nachhaltigen Wasserverbrauchs?! oder in Deinem letzten Absatz […]Jeanshosen Grenzen für den persönlichen nachhaltigen Wasserverbrauch darstellen.
    heißen.

    Einfach als Zusatzinfo: neben „virtuellem Wasser“ gibt es auch die Begrifflichkeit des „importierten Wassers“ und wir Deutsche als Exportweltmeister bekannt, sind ebenfalls an der Spitze beim Import von Wasser.
    Aus Wiki: Deutschland exportiert virtuelles Wasser, das in der Industrieproduktion genutzt wird und importiert virtuelles Wasser vor allem in Agrarprodukten (zu denen auch die besonders wasserzehrende Baumwolle gehört). Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den zehn größten Importeuren von virtuellem Wasser.

    Tja, irgendwie stehen wir immer oben, aber nicht selten ist es auch eine Negativliste.

    • so.sei says:

      Hallo Anna,

      vielen Dank für deine alternativen Vorschläge für den Titel dieses Blogposts.
      Der Begriff des „importieren Wassers“ ist mir bei meinen Recherchen auch schon aufgefallen.
      Da die Überschrift des Blogposts zugleich mein Fachabeitsthema darstellt, werde ich diesen Aspekt und noch viele weitere Informationen, welche ich nicht in dem Blogpost erwähnt habe, in meiner Facharbeit genauer ansprechen. Vermutlich werden ich noch weitere Blogposts speziell zu diesem Thema schreiben, jedoch nicht allzu umfangreich wie letztendlich in meiner Facharbeit, da ich sonst schon vieles vorwegnehmen würde und dies auch den Umfang des Blogposts sprengen würde.
      Danke nochmal und viele Grüße!

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