Flüchtlinge im Wohnzimmer

„Wir wollen helfen. Unser Herz ist weit. Doch unsere Möglichkeiten sind endlich.“

„Unsere Aufnahmekapazität ist begrenzt, auch wenn noch nicht ausgehandelt ist, wo diese Grenzen liegen.“

Diese Aussagen traf Bundespräsident Joachim Gauck vor einigen Wochen zur momentan sehr umstrittenen Situation der Flüchtlinge. Vielen Deutschen ist die Problematik der Flüchtlingspolitik und somit auch der schlechten Lebensumstände der Flüchtlinge in den überfüllten Unterkünften bewusst, doch die meisten wissen nicht wie man mit einer solchen Situation umgehen soll. Um den Flüchtlingen zu helfen und ihnen hier in Deutschland ein neues Leben in Würde und Frieden zu ermöglichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Flüchtlinge in privaten Wohnungen aufnehmen

Ein Möglichkeit Flüchtlingen zu helfen, wäre die Aufnahme in privaten Haushalten. Sicherlich ist die Aufnahme eines fremden Menschen in sein privates Umfeld nichts selbstverständliches, dennoch gibt es einige Menschen, die sich bereiterklären, den Flüchtlingen mit allen Mitteln zu helfen.  Ein konkretes Beispiel hierfür ist eine junge Journalistin, welche von ihren Erfahrungen über die Aufnahme eine Flüchtlingsfamilie berichtet:

Die Journalistin lernte die vierköpfige Flüchtlingsfamilie aus Serbien bei einer Hilfsaktion für Flüchtlinge in Berlin kennen. Wenige Tage später nahm sie die Familie bei sich auf, da sie keine Unterkunft hatten und sie der Familie mitunter auch beweisen wollte, dass es in Deutschland auch noch gute Menschen gibt, welche nicht gegen die Flüchtlingspolitik sind. Der jungen Frau war zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, wie sehr auch sie sich in dieser Zeit verändern würde: Dankbarkeit und Faszination an von uns nervig oder alltäglich beschriebenen Dingen; etwas für uns vollkommen neues und abstraktes.

„Alles, was ich will, ist ein kleiner Raum für meine Familie. Ein Tisch, an dem wir zusammen essen können. Ein Bett, in dem wir gemeinsam kuscheln können. Ich bin nicht nach Deutschland gekommen, um Millionär zu werden. Ich bin gekommen, um ein Mensch sein zu dürfen. Ein Mensch, der glücklich ist.“

Dieser Wunsch ist von vielen Flüchtlingen vertreten, und damit wird einer Person, die hier in Deutschland lebt erst bewusst gemacht, welche große Bedeutung und Wichtigkeit solche grundlegenden Wünsche haben.


Natürlich gibt es noch viele andere Wege, Flüchtlingen zu helfen und keiner wird dazu gezwungen, seine Wohnung mit ihnen zu teilen. Mitunter gibt es bereits viele positive Erfahrungen und Berichte, welche vom Zusammenleben mit Flüchtlingen erschlossen werden konnten, weshalb man jedoch nicht unbedingt gleichermaßen handeln muss. Flüchtlingen kann man auch mit anderen Mitteln wie Spenden oder auch ehrenamtlichen Engagement helfen und die Möglichkeit, Flüchtlinge privat aufzunehmen sollte gut durchdacht sein, da es gewisse Vorraussetzungen gibt:

  • Flüchtlinge werden durch das je nach Wohnort zuständige Sozialamt an private Wohnräume vermittelt
  • Flüchtlinge, die einen Asylantrag stellen werden vermittelt
  • Freistehendes Zimmer muss vorhanden sein
  • Miete kann verlangt werden, jedoch steht keine Pflicht dazu
  • Ein Flüchtling wird dann als normaler Mieter anerkannt und sollte auch so behandelt werden (keine besonderen Verpflichtungen)
  • Auch freistehende Wohnungen können für Flüchtlinge angeboten werden

Meiner Meinung nach ist die Aufnahme von Flüchtlingen im privaten Haushalt eine sehr sinnvolle Lösung für viele Probleme, da die überfüllten Unterkünfte somit entlastet werden würden und leerstehende Wohnungen oder Zimmer sinnvoll eingesetzt werden können. Allerdings ist mir durchaus bewusst, dass eine solche Aufnahme viele Veränderungen im alltäglichen Leben darstellt und die Ablehnung dieser Methode ist definitiv keine Handlung gegen Flüchtlinge, da man auch auf anderen Wegen helfen und unterstützen kann.

 

2 thoughts on “Flüchtlinge im Wohnzimmer

  1. al.rab says:

    Der Artikel ist verständlich und gut strukturiert. Die Einführung in die Thematik ist, besonders durch die Zitate,gelungen. Eine mögliche Art der Hilfe, also das Aufnehmen von Flüchtlingen, wird anhand des Beispiels konkret veranschaulicht. Mit dem Schluss und deiner eigenen Meinung verdeutlichst du, dass das Aufnahmen von Flüchtlingen seine Vor- sowie Nachteile hat und eine individuelle Entscheidung ist, mit der -wenn gegen das private Aufnehmen entschieden wird – man trotzdem kein Flüchtlingsgegner ist. Dazu nennst du noch andere Methoden der Hilfe, womit du das private Aufnehmen von Flüchtlingen nicht als die Beste Methode darstelltst.
    Es wäre zusätzlich noch interessant gewesen, wenn du ein paar Quellen über die Erfahrungen angeben hättest.

  2. Anna says:

    Hallo,

    aus Neugier hätte ich gern erfahren, welche Dinge die Flüchtlinge bei der Journalistin bestaunen. Ich denke, es gibt Aha-Effekte wenn es für andere Menschen nicht selbstverständlich ist, dass z.B. Strom einfach immer da ist oder das Wasser einfach aus der Wand kommt. Wir sind alltagsblind und setzten voraus, dass es anderswo genauso ist wie bei uns, weil es das Normalste von der Welt ist. Ja, von der Welt, die WIR bisher gesehen haben. Solche Verwunderungen können ein „Aufwachen“ bewirken, dass es eine Welt hinter meinem Tellerrand gibt.
    Und wenn die Flüchtlinge über unser Leben staunen, heißt das dann nicht im Umkehrschluss, dass sie gar nicht genau wissen was sie hier erwartet, dass für die Flüchtlinge FRIEDEN wirklich ein WERT ist? Sind sie etwa gar nicht so berechnend, wie einige Politiker es darstellen wollen?

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